Virtuelle Forschungsumgebungen

Virtuelle Forschungsumgebung – aufgrund der englischen Bezeichnung Virtual Research Environment oft VRE abgekürzt – dienen der ortsunabhängigen Zusammenarbeit von Forschungsteams an einem Projekt über eine digitale Arbeitsplattform. Dafür werden Tools eingesetzt, welche die gemeinsame Organisation des Arbeitsalltags, den Gedankenaustausch und das aktive Zusammenarbeiten solcher Forschergruppen unterstützen – sei es beim Durchführen von Experimenten oder beim Annotieren digitaler Quellen, sei es beim Schreiben von Forschungsberichten oder -publikationen.

Digitale Editionsprojekte sind ein Paradebeispiel für den Einsatz solche VREs.

Das Projekt für eine nationale Infrastruktur für Editionen (NIE-INE)

Im Rahmen des Data-Pilotprojekts begleiten wir die Entstehung verschiedener, an der Universität Zürich angesiedelter digitaler Editionen. Unser Ziel bis Ende 2017 besteht in der Erarbeitung von Konzepten für den zukünftigen Umgang mit digitalen Editionen an der Universität Zürich. Die Förderpolitik des Schweizerischen Nationalfonds sieht eine Integration der digitalen Editionen in eine nationale und nachhaltig verfügbar gehaltene Infrastruktur vor. Im Rahmen des swissuniversities-Programms „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“ entsteht bis 2019 mit NIE-INE eine solche nachhaltige Arbeits- und Publikumsplattform für Editionen. Das NIE-INE-Projekt wird vom Forum für Edition und Erschliessung (FEE) der Universität Basel koordiniert. Die Langzeitverfügbarkeit wird über eine Kooperation mit dem Data and Service Center for the Humanities (DaSCH), einer Unternehmung der SAGW, angestrebt. Die Universität Zürich engagiert sich mit einem Programmierer und einem Toolkoordinator, beide der S3IT angehörig, an NIE-INE.

Technisches: NIE-INE, Knora und SALSAH

NIE-INE basiert auf der vom DHLab Basel entwickelten Software Knora/SALSAH. Während in Knora die Datenhaltung in einer Graphdatenbank in Form von RDF-Tripeln realisiert ist, bietet SALSAH eine generische Datenpräsentation, Bearbeitungs- und Annotationsmöglichkeiten in einem personalisierten Profilbereich an. Von grosser Bedeutung ist die Bereitstellung der Daten mittels Linked Open Data-Technologie: Die Daten können in Zukunft über persistente Identifikatoren (PID) eindeutig angesprochen werden. Die Programmierer von NIE-INE entwickeln darüber hinaus editionsspezifische Applikationen. Schliesslich können die Editionsdaten auch über eine programmierbare Schnittstelle (API) aus Knora ausgelesen und in einem individuellen Webauftritt präsentiert werden.